Empfangsantennenanlage für den Bereich ULF bis UHF

Der Vortrag beschreibt eine Antennenanlage für den Empfang im Frequenzbereich von 6 Hz bis über 1200 MHz und wie man zunehmende Störungen durch Schaltnetzteile und PLC unterdrücken kann. Sie ist das Ergebnis einer über 25 jährigen Erfahrung für den Empfang vor allem im HF-Bereich. Der Vortrag verzichtet bewusst auf die Theorie, die in vielen Veröffentlichungen ausreichend beschrieben ist (u.A. Rothammels Antennenbuch).
Samstag, 27.06.2026
13:00 - 13:30 Uhr
Halle A2, Raum 2
Deutsch
Begonnen habe ich mit einer klassischen etwa 10 m langen Langdrahtantenne, die jedoch zu viel QRM empfing und meinen damaligen KW-Empfänger übersteuerte. Bessere Erfahrungen machte ich mit einer aktiven 0,7m langen Whip-Antenne (E-Feld-Antenne), die ich in 4 m Höhe an einer Garagenwand etwas entfernt vom Wohnhaus installierte. Damit diese Antenne nicht durch einen in 10 km entfernten 400 kW Mittelwellensender übersteuerte, musste sie mit einem Notch-Filter versehen werden, der das Signal um 30 dB unterdrückte. Einige Jahre später installierte mein Nachbar eine PLC-Anlage (Internet über Steckdose), so dass nur noch Sender mit 9+20 dB einigermaßen brauchbar zu empfangen waren. Die zu Hilfe gerufene Bundesnetzagentur führte Störmessungen durch und stellte eine zu hohe Störstrahlung fest, griff jedoch nicht ein, da „nur eine Person gestört wurde“.

Nach einem intensiven Literaturstudium kam ich auf eine EWE-Antenne, eine etwa 3,5 m lange Antenne, die einseitig mit einem Abschlusswiderstand und am anderen Ende mit einem Übertrager zur Anpassung an das Koaxkabel versehen ist. Da diese Antenne richtungsempfindlich ist, baute ich gleich zwei Antennen im rechten Winkel zueinander auf. Die 20- und 30 m langen Antennen befestigte ich oberhalb der Grenzzäune in etwa 1,20 m Höhe.
Ferner las ich , dass man mit zwei Antennen durch gegenphasiges Summieren das Störsignal stark reduzieren kann (X-Phase). So baute ich mir einen Antennen-Management-System auf, wobei die E-Feldantenne in 4 m Höhe im wesentlichen das Störsignal und eine der beiden EWE-Antennen das gewünschte Empfangssignal liefert.
Im Frequenzbereich unterhalb von etwa 1,5 MHz ist jedoch die E-Feldantenne deutlich überlegen, sie kann auch Sferics, U-Bootsender und SAQ Grimeton empfangen.
Für die Frequenzen oberhalb von a. 80 MHz bis 2000 MHz ist ein Nachbau der ARA 2000 der Fa. Dressler vorgesehen, wobei ein MMIC als Verstärker dient. Hier musste zusätzlich ein Notch-Filter zu Vermeidung von Übersteuerungen durch eine 134,450 MHz Frequenz von einem naheliegenden Flughafen eingebaut werden.

Speaker

Dr. Wolfgang Hillger

Änderungen vorbehalten.